März 2025

Das neue Jahr

Die Natur hat nun wieder umgestellt auf Wachstum in ihrem Streben nach oben und nach außen. Da und dort lässt sie es auch schon blühen. Gerade noch rechtzeitig bringt nun auch der Regen in diesen Tagen das lang ersehnte Wasser, diesen Ursprung alles Lebens, in die trockene Erde. Ein neues Wirtschaftsjahr beginnt für uns.

Neues kann aber auch nur wachsen, wenn wir von manchem Abschied nehmen. So verabschieden wir (vorerst einmal, vielleicht gibt es ja ein Comeback) schweren Herzens den Brotanteil des Edlerhofs.

Aber es gibt auch Neues. Zuallererst natürlich den Ei-Anteil vom Schreiberhof. Ab sofort werden 14tägig Eier von seltenen Hühnerrassen geliefert.
Dazu noch eine wichtige Information: Die ersten drei Lieferungen werden noch von den Hühnern, die schon länger am Schreiberhof legen und leben, kommen und daher die vertraute braune Farbe aufweisen. Erst Anfang Mai werden die ausgesuchten Hühner „geliefert” (die wachsen zur Zeit noch in Oberösterreich heran) und ab dann bekommen wir „bunte” (weisse, grüne, braune) Eier.

Für alle Ei-Anteilnehmerinnen und Anteilnehmer: Bitte fangt bereits an, Eierkartons zu sammeln, wenn ihr die am Bauernmarkt, in einem Bauerncontainer oder im Handel kauft. Die Eier werden vom Schreiberhof nicht in Eierkartons geliefert! Wir werden die Eier also selbst einpacken an den Verteilstellen, brauchen also alle immer einen Eierkarton.
Zur Kartonlogistik werden wir uns noch Lösungen überlegen, die es uns allen einfacher machen. An der Verteilstelle Waldorf ist das verhältnismäßig leicht, da werden wir eine Kiste oder ähnliches aufstellen, in der wir Eierkartons sammeln können, so dass immer genügend Kartons in Reserve sind, sollte jemand Eier abholen und keinen Karton dabei haben. Für die anderen Verteilstellen müssen wir noch schauen, ob es da möglich ist, für uns eine vergleichbare Struktur zu schaffen. Aber schaut bitte auf alle Fälle, dass ihr immer einen Eierkarton zu Hause habt!

Der Arbeitskreis „Werbetrommel” verstärkt in den kommenden Monaten seine Anstrengungen und wir werden im neuen Wirtschaftsjahr auch einige Neuerungen vorstellen. Es ist einfach wichtig, unsere Kommunikation nach Außen zu professionalisieren, um eine Verjüngung der Solako zu schaffen.
Das ist wichtig, weil diese Zeit der Unsicherheiten und globalen Krisen auch viele Menschen verständlicherweise verunsichert, so dass bei Lebensmitteln gespart werden muss. Wir müssen neue Wege finden, um zu vermitteln, warum mit einer gemeinschaftsgetragenen Landwirtschaft, wie wir es sind, langfristig alle besser dran sind und das auch nicht teurer ist als die Abhängigkeit vom Lebensmittelhandel!

Eine Erinnerung: Bitte vergesst nicht, spätestens an diesem Wochenende die Daueraufträge für die Beiträge zu Solako umzustellen!

Rückblick: Jahresversammlung

Am 2. März gab es die alljährliche Jahresversammlung, die von Steve Muskatelz am Klavier wunderschön einbegleitet wurde („A wonderful world”, so eine schöne Version, passend zum Wetter und zum, zwar noch nicht eröffneten, aber schon duftenden Buffet.

Bei der Versammlung selbst wurden natürlich die administrativen Erfordernisse des Vereinsrechts erfüllt: Die Rechnungsprüfer wurden entlastet und wiedergewählt (Danke an dieser Stelle an Clemens und Stefan für ihren Einsatz!), das Gremium wurde ebenso entlastet. Auch hier ein herzliches Danke für den Einsatz, ohne den ein solches Wirtschaftsmodell nicht möglich wäre!

Nach einem von Sigrun (Ritualkreis) vorgetragenen wunderbaren Gedicht, durften wir alle in einer eigentlich 20-minütigen, in Wahrheit auf mehr als eine halbe Stunde verlängerten, Pause vom Buffet essen. Groß war die Freude, und daher noch einmal ein Danke an die Höfe und die zahlreichen anderen Beiträge (ein Highlight war dieses Mal ein Curry-Dattelaufstrich, der noch nach der Pause für Gesprächsstoff gesorgt hat).

In parallelen Workshops gaben dann die Höfe Einblick in die Kunst der Käserei (Lisa), der Bienenkommunikation (Georg), in den Anbau der Feuerbohne, auch bekannt unter dem Namen Käferbohne (Andreas und Monika), über die Haltung der Legehennen (Sarah) und den Obstanbau (Reinhard und Sabine).

Zu Hause bei:
Romana und Ralf

Im Süden von Graz, am Rande des Hügellands, da liegt Pirching am Traubenberg („der Ort bei den Birken”) und in einer Seitengasse das Haus, in dem Romana, Ralf mit ihren beiden Kindern Lisa und Julian wohnen.

Ein Ort zum Wohlfühlen ist das Haus. Besucher werden in den ersten Stock geführt, in einen großen, hellen Wohnraum mit Küche und vielen Spielsachen, die von Lisa und Julian entdeckt, zusammengebaut und zu eigenen Welten arrangiert werden. Dazwischen beobachtet Mikey, der rote Kater, die Szene.

Wollt ihr euch kurz vorstellen, für jene Teilhaberinnen und Teilhaber, die euch vielleicht noch nicht kennen?

Romana: Nachdem Elisa erst 9 Monate ist, bin ich derzeit größtenteils Mama und von Beruf Physiotherapeutin. Durch die derzeitige Lebenssituation mit den Kindern hat sich das so verändert, dass ich freiberuflich arbeite und mir unten im Haus einen Praxisraum eingerichtet habe. Das gibt Flexibilität und nachdem Ralf gerade in Karenz ist, habe ich wieder begonnen zu arbeiten. Zusätzlich unterrichte ich auch an der Fachhochschule im Studiengang Physiotherapie. Das ist bislang nur eine geringe Tätigkeit, die mir jedoch viel Freude bereitet und in der ich mein Wissen aus der Neurologie weiter geben kann, der Fachbereich, in dem ich früher gearbeitet habe.

Ralf: Ich bin seit etwa 10 Jahren als Projekt- bzw. Accountmanager bei einer Digitalagentur in Graz beschäftigt. Nach dem Ende meiner Karenz eröffne ich mir aber einen zweiten Bildungsweg und werde die Digitalbranche hinter mir lassen. Es zieht mich in die Elementarpädagogik und hierfür bin ich gerade am Sondieren der Möglichkeiten für ich als Quereinsteiger.

Was hat dich eigentlich dazu geführt? Das ist doch ein großer Wechsel. Für viele Menschen klingt das wahrscheinlich nach großer Belastung, Lärm und Stress…

Ralf: Ja, mag sein. Gleichzeitig möchte ich versuchen, die Entwicklungen der Kinder positiv mitzugestalten. Inspiriert wurde ich mitunter von Julian, der mich letztes Jahr gefragt hat, ob ich nicht sein Lehrer sein könnte. In meiner ersten Reaktion habe ich ihm erklärt, dass ich eine andere Ausbildung bzw. einen anderen Beruf habe und das dass nicht so einfach ginge. Aber die Frage hat mich nicht in Ruhe gelassen und mit ein wenig Recherche habe ich gemerkt, dass der Weg in diese Richtung gar nicht so weit weg ist. Und jetzt war einfach die Zeit reif für mich um ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Das klingt sehr schön. Ich habe bei meinen Kindern zum Glück nur sehr gute Erfahrungen mit der Kindergartenzeit gemacht – beide Male aber in Einrichtungen etwas „außerhalb” des üblichen Schemas. Nur, es war zweimal leider teilweise an der Belastbarkeitsgrenze, immer mit diesem Widerspruch aus arbeiten müssen (und wollen) und den Kindern ausreichend Freiraum geben. Wie geht es euch eigentlich mit der Betreuung der Kinder?

Romana: Ich bin dankbar, dass wir uns so organisieren können, dass Julian nur halbtags im Kindergarten ist. Diese Zeit ist mittlerweile auch sehr wertvoll für ihn. Er hat sich da toll entwickeln können. Vor dem Kindergarten war er ein Jahr bei einer Tagesmutter, da war er bereits 3 Jahre. Die Umstellung im Kindergarten war natürlich groß und es hat ein ganzes Jahr gedauert, bis er wirklich ganz angekommen ist. Wir haben da auch sehr viel Glück mit der Betreuung und wissen, dass Julian gut aufgehoben ist.

Und bei dir, Ralf, mit der Karenz? War das einfach?

Ralf: Zum Glück ja. Mein Chef hat selbst vier Kinder und ist daher offen für das Thema. Wir haben ein geringfügiges Beschäftigungsausmaß erhalten in der Karenz, somit bleibe ich auch am Laufenden.

In dem Zusammenhang: Mich ärgern so Platzhalter-Begriffe wie „Wahlfreiheit“. Sagt so etwas nicht einfach immer der, der will, dass sich nichts ändern soll? 

Ralf: Wenn ich mich im Freundeskreis umhöre, da gibt es schon viele, die sich eine Karenz oder einen Papamonat mit ihrer Arbeitssituation gar nicht vorstellen könnten. Die versuchen dann halt so lange Urlaub zu nehmen, wie möglich oder müssen leider aus verschiedenen Gründen darauf verzichten.

Romana: Es bräuchte wohl auch viel mehr Flexibilität seitens der Arbeitgeber. Wie bei der Arbeitszeit. Wenn man sich als Eltern die Woche aufteilen will, hätte man im Elternteilzeitmodell eigentlich die Möglichkeit, sich die Tage so zu gestalten, dass es passt. Aber wo ist das umsetzbar?

Was wäre eigentlich, wenn eine Betreuung praktisch vor der Tür wäre? Sehr vertraut und entspannt idealerweise. Und dazu Flexibilität bei der Firma. Wäre das nicht auch für Kinder eine feine Sache? Eben nicht dieser gefühlte Dauerstress…

Romana: Ja sicher! Ich bin auch wirklich sehr froh, dass ich bestimmen kann, wann ich arbeite. Und wir haben da genug Zeit vor dem Kindergarten, damit Julian der Übergang von zu Hause in den Kindergarten gut gelingt. Müsste ich pendeln und Julian um halb 8 am Arbeitsweg abliefern, wäre das für alle Beteiligten wohl nur Stress.

Ralf: Das ist ja mitunter auch ein Problem der institutionalisierten Kinderbetreuung, die forciert das ja richtig. Die Überschrift heißt: „Gebt eure Kinder früh ab, sonst funktioniert unser Betrieb nicht.” Das passt dann halt nicht zum Biorhythmus der meisten Kinde, manche Kinder können das, andere nicht.

Wir essen da so tolle Lebensmittel: Edler-Käse, Maierhofers Aronia Marmelade und frischen Kren vom Oswald-Hof, der uns allen die Tränen in die Augen treibt :-). 

Wie leicht fällt euch das mit dem Kochen mit den Kindern, jede Woche sozusagen vorgegebene Lebensmittel verarbeiten zu ‚müssen‘?

Romana: Wir kochen beide gerne, empfinden das als bereichernd und beziehen Julian da auch gerne mit ein – danach sieht die Küche manchmal entsprechend aus…Wir wollen es den Kindern jedenfalls auch vermitteln, dass es bei uns eben nicht das ganze Jahr Paradeiser oder Gurken gibt.

Ralf: Und so kann man halt mit der SoLaKo jedes Jahr wieder etwas Neues bzw. neue Gerichte entdecken. Wir beziehen seit fast 10 Jahren SoLaKo Lebensmittel und haben diese Art der Ernährung voll und ganz verinnerlicht. Wir haben in dieser Zeit regelmässig die Höfe besucht um aktiv mitzuhelfen und natürlich auch mit zu erleben, wie die die einzelnen Lebensmittel wachsen. Dabei haben wir selbst viel gelernt und erleben dürfen aber noch entscheidender war es meiner Meinung nach für unseren Älteren. Der mittlerweile auch im Supermarkt nachfragt, ob das wohl eh BIO ist. Wobei der Vergleich ja ohnehin massiv hinkt. Demnach feiern wir die Saisonalität und alles was die SoLaKo betrifft.

Rezept: Krensuppe

Diese g´schmackige Suppe gibt es als traditionelle steirische Spezialität (ohne Erdäpfel) oder in bayrischen Variante (mit Erdäpfel).

Ich habe mich hier für eine Mischung entschieden, die Erdäpfel machen die Suppe einfach noch etwas dicker. Für die bayrische Variante kann man die Mehlschwitze aber auch weglassen, da ja die Erdäpfel ausreichend Stärke enthalten und die Suppe so ohnehin dick genug wird.

Das braucht man dazu:

ca. 50g Butter vom Edlerhof
1-2 EL Mehl vom Schreiberhof (Dinkel oder Weizen)
etwas Weißwein
3/4 Liter Gemüsebrühe
etwas Milch vom Edlerhof und / oder Schlagobers
wer möchte: 2 Erdäpfel vom Oswaldhof
3-4 EL frisch (sehr fein) geriebenen Kren
ein paar Brotwürfel zum Garnieren, etwas Schnittlauch vom Oswaldhof

Butter schmelzen und dann langsam das Mehl einrühren, bis eine schöne Mehlschwitze entsteht.
Anschließend mit etwas Weißwein ablöschen und mit der Gemüsebrühe aufgießen.
Wenn man Erdäpfel verwendet (dabei kann man wie oben geschrieben, den Einbrenn auch gerne weglassen), einfach die klein geschnittenen Erdäpfel in die Gemüsesuppe (mit oder ohne Einbrenn) geben, warten, bis sie weich sind und dann pürieren.
Dann Milch und / oder Schlagobers einrühren, noch einmal erhitzen und am Ende den geriebenen Kren in die Suppe geben. Umrühren, angeröstete Brotwürfel dazu und fertig.

Termine

10. April, ab 17.30
Stammtisch, Cafe Erde, Andreas-Hoferplatz
Dieses Mal gibt es einen Impulsvortrag mit dem Titel:
„Wasser – Keim des Lebens – mehr als nur H2O”
Wer also mehr über Wasser, das wir täglich trinken, erfahren möchte, vor allem wie viel mehr als nur zwei Elemente im Wasser enthalten ist, ist herzlich eingeladen, jederzeit dazuzukommen und in netter Runde anschließend auch ein wenig zu plaudern.

22. April, 18.30
Gremium, Waldorfschule Graz St. Peter